Vor fast 40 Jahren reiste der St. Galler Priester Christoph Schönenberger für einen vierjährigen Einsatz nach Südafrika. Heute ist das Land längst zu seiner zweiten Heimat geworden. Seit 37 Jahren engagiert er sich dort als Seelsorger und leitet in der Nähe von Pretoria ein Jugendbegegnungszentrum, das jungen Menschen neue Perspektiven eröffnet.

Das Zentrum richtet sich an Jugendliche, die mit Kriminalität, Drogen oder schwierigen familiären Verhältnissen zu kämpfen haben. Zwei Drittel der Kinder wachsen in Südafrika ohne Vater auf. Durch gemeinsames Leben, Arbeiten und Beten haben sie einen geregelten Tagesablauf und erhalten sie die Chance auf einen Neuanfang. Viele finden anschliessend eine Arbeitsstelle und gründen später selbst eine Familie.

Begegnungen mit Gottesdienstbesuchern
Zwischen dem 1. und 5. Juli besuchte Pfarrer Schönenberger mehrere Pfarreien in Zürich-Seebach (Maria Lourdes), Zürich-Höngg, Gossau ZH, Bassersdorf, Dielsdorf und Niederweningen. Dort berichtete er über sein Leben als Priester in Südafrika und darüber, wie KIRCHE IN NOT (ACN) sein Jugendzentrum sowie weitere Projekte der katholischen Kirche unterstützt.

Nach den Gottesdiensten suchten viele Besucherinnen und Besucher das Gespräch mit dem Priester. Sie wollten erfahren, wie es gelingt, jungen Menschen Hoffnung zu schenken, obwohl viele von ihnen Gewalt, Missbrauch oder den Verlust eines Elternteils erlebt haben.
Pfarrer Schönenberger erklärte, dass oft bereits scheinbar einfache Dinge eine grosse Herausforderung seien: gemeinsam am Tisch zu sitzen, miteinander zu essen und ins Gespräch zu kommen. «Durch das gemeinsame Leben, Essen, Beten und die liebevolle Begleitung entsteht Schritt für Schritt neues Vertrauen», sagte er.

Besonders bewegt ihn, wenn ehemalige Jugendliche Verantwortung übernehmen und selbst eine Familie gründen. «In einem Land, das von Gewalt und Unsicherheit geprägt ist, freut es mich besonders, dass unser Zentrum Menschen stärkt, die später ihren Kindern gute Mütter und Väter sein können.»
«Afrika ist in mir geboren»
An eine Rückkehr in die Schweiz denkt der heute 67-Jährige nicht. «Ich bin Afrikaner – nicht, weil ich in Afrika geboren wurde, sondern weil Afrika in mir geboren wurde», sagt er.

Gleichzeitig beschäftigt ihn die Zukunft seines Jugendzentrums. Er möchte die Verantwortung schrittweise an jüngere Mitarbeitende übergeben. «Irgendwann muss man auch loslassen können. Junge Menschen bringen neue Ideen und neuen Schwung. Ich kann mir gut vorstellen, die Gemeinschaft weiterhin als geistlicher Begleiter zu unterstützen.»
Neben diesem Jugendzentrum fördert KIRCHE IN NOT (ACN) jedes Jahr zahlreiche weitere Projekte der katholischen Kirche in Südafrika und unterstützt Priester, Ordensgemeinschaften sowie pastorale und soziale Initiativen im ganzen Land.
Aus aktuellem Anlass sammelt KIRCHE IN NOT (ACN) auch für die Erdbebenopfer in Venezuela. Der Staat nimmt in dieser schrecklichen Tragödie seine Verantwortung nicht wahr. Die katholische Kirche hilft den Menschen, indem sie ihnen Mahlzeiten und Medikamente abgibt oder auch provisorische Unterkünfte bereitstellt. KIRCHE IN NOT (ACN) stellte der Kirche in Venezuela CHF 100’000 für Nothilfe-Projekte zur Verfügung. Langfristig wird sich das Hilfswerk am Wiederaufbau beteiligen. Vielen Dank für jede Hilfe.
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Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Venezuela:
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KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das 1947 als «Ostpriesterhilfe» gegründet wurde. Es steht mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in ca. 140 Ländern ein. Seine Projekte sind ausschliesslich privat finanziert. Das Hilfswerk wird von der Schweizer Bischofskonferenz für Spenden empfohlen.




